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29.10.2018Spielbericht NLA

Samstag Flop - Sonntag Top

Fehlende Leidenschaft und Überzeugung – Thuner Fanionteam verliert Auswärtsspiel gegen GC Unihockey deutlich

Nach der zweiwöchigen Nationalmannschaftspause nahm das Thuner Fanionteam den Meisterschaftsbetrieb am vergangenen Samstag wieder auf. Dabei kam es auswärts in Zürich zum Aufeinandertreffen mit dem Leader GC Unihockey.$

Mutig und mit dem nötigen Selbstvertrauen wollten die Berner Oberländer auftreten. Bereits in der taktischen Ausrichtung war dieser Mut deutlich sichtbar. Das Trainergespann um Sebastian Thomann liess seine Männer deutlich offensiver als gewohnt agieren. Mit einem Forechecking in den Startminuten wollte man das Heimteam überraschen. Leider wurde der Mut alles andere als belohnt. Statt Ballgewinne in der Offensivzone und Abschlüsse aus aussichtsreichen Positionen, wurden die Thuner gleich reihenweise ausgekontert. Das Thuner Pressing verfehlte seine Wirkung gänzlich und die Zürcher kombinierten sich immer wieder sehenswert aus den Drucksituationen. Eine erste Quittung folgte für die Gäste nach dem ersten Abschnitt. Eine satte 4:0 Hypothek nahmen die Thuner in die letzten beiden Abschnitte mit.

Beim Pausentee konnten die Thuner den ersten Schock glücklicherweise etwas runterspülen. Der Auftritt der Gäste wurde etwas ansprechender. Die Leistungssteigerung konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zürcher auch weiterhin die spielbestimmende Mannschaft waren. Den Thunern fehlte mehrheitlich die nötige Leidenschaft im Spiel und in der Offensive gelang es weiterhin nur sehr spärlich Akzente zu setzen. In der Defensive agierten die Thuner nun aber deutlich stilsicherer als noch zu Beginn. Abschlüsse wurden geblockt und auch die gefährlichen Querpässe der Zürcher konnten vermehrt unterbunden werden. Mit einem Powerplaytreffer gelang es den Zürchern aber dennoch ihren Vorsprung auf 5:0 auszubauen.

Die Devise aus Thuner Sicht war klar; Tore mussten her. Doch mit diesem Unterfangen taten sich die Berner Oberländer ein weiteres Mal äusserts schwer. Die GC Abwehr und Torhüter Pascal Meier erwiesen sich sehr lange als unüberwindbares Bollwerk. Erst als die Zürcher aufgrund ihres komfortablen Vorsprungs die Pace etwas zurückschraubten, gelang es den Thunern sich vermehrt in aussichtsreiche Abschlusspositionen zu bringen. Erst in der 58. Minute konnte Jonas Wettstein zum ersten Thuner Treffer einschiessen. Da die Zürcher zuvor aber auch noch ihre Tore sechs und sieben erzielen konnten, kam der Thuner Treffer deutlich zu spät. Der verdiente Heimerfolg von GC war somit nie mehr in Gefahr. Der bereits grosse Rückstand aus dem ersten Drittel erwies sich für die Thuner als zu grosse Bürde. Die Zürcher agierten über die gesamte Partie sehr souverän und abgeklärt. Auf der anderen Seite fehlte den Berner Oberländer aber auch der nötige Biss und die benötigte Überzeugung in den Aktionen. Eine 7:1 Niederlage gegen GC Unihockey war am Ende das Resultat aus einem aus Thuner Sicht ernüchternd verlaufenen Abend.

Überzeugende Teamleistung – Thuner Fanionteam siegt und steht im Cup Viertelfinal

Am Sonntag führte die Reise des Thuner Fanionteams wiederum in den Kanton Zürich. Diesmal aber zum HC Rychenberg Winterthur. Die beiden Teams trafen anlässlich des Cup Achtelfinals aufeinander. Dabei erwischten die Thuner einen tollen Abend. Der beherzte Auftritt mit viel Leidenschaft und einer geschlossenen Teamleistung wurde belohnt. Die Berner Oberland siegten am Ende verdient mit 7:5.

Das Geschehen im ersten Drittel ist relativ schnell zusammengefasst. Beide Teams waren darauf bedacht, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und sich mit sauberen Auslösungen die Torchancen herauszuspielen. Beiden Mannschaften gelang dies etwa gleich ansprechend. Profit aus einer der Tormöglichkeiten konnte aber nur das Heimteam schlagen. Somit ging es für die Thuner mit dem Minimalrückstand von 1:0 in die erste Pause.

Im zweiten Abschnitt wurde das Spiel etwas attraktiver. Wie bereits zum Ende des ersten Drittels versuchten die Zürcher auch in den zweiten 20 Minuten etwas offensiver zu agieren und die Thuner schon in ihrem Aufbauspiel zu stören. Dies zeigte etwa im gleichen Stil Erfolg, wie es den Thunern gelang sich aus dem Druck zu befreien. Dazu kam, dass die Berner Oberländer auch immer wieder die gefährlichen Querpässe der Winterthurer abzufangen wussten und im Anschluss ins Konterspiel übergehen konnten. Bis in die 35. Minute taten sich aber beide Kontrahenten mit dem Tore schiessen äusserts schwer. Danach waren es die Thuner, welche zum Schlussspurt im zweiten Drittel ansetzten. Mit zwei Toren gelang es den Gästen das Spiel zu drehen und das Momentum auf die eigene Seite zu holen. Mit einem 2:1 Vorsprung ging es im Anschluss auch in die zweite Pause. Bisher hielten sich die Teams mit Tore schiessen vornehmlich zurück. Was sich im dritten Drittel abspielte, hielt nach den ersten 40 Minuten aber wohl niemand für möglich. Die Partie entwickelte sich zu einem Torfestival par excellence. Ein offener Schlagabtausch und viele Torchancen auf beiden Seiten führten zu einem Schlussdrittel mit höchstem Unterhaltungswert. Das im zweiten Drittel gewonnene Momentum gaben die Thuner aber nicht mehr aus den Händen. Mit schnellem Umschaltspiel und konsequentem Zug in Richtung Tor gelang es den Berner Oberländern den Vorsprung konstant bei etwa zwei oder drei Toren zu halten. Auf die Anschlusstreffer der Zürcher fanden die Thuner jeweils die passende Antwort. Auch als das Heimteam ohne Torhüter agierte und die Thuner in der Defensive einschnürte, kämpfte man aufopfernd und spielte mit der nötigen Cleverness. Nach den nicht immer zufriedenstellenden Ergebnissen in jüngster Vergangenheit war die Erleichterung und Freude bei den Thuner im Anschluss riesig. Das Aufspielen mit viel Leidenschaft, guter Defensivarbeit und der nötigen Kaltblütigkeit im Abschluss zahlte sich aus. Der Lohn dafür, der absolut verdiente Einzug in den Cup Viertelfinal. Dort werden die Thuner am 18. November, im Bündnerland, auf den UHC Alligator Malans treffen.

Autor: Yannick Zimmermann