Anmelden
08.04.2018Spielbericht NLA

Hart umkämpfter Sieg – NLA kehrt in Spiel 4 auf die Siegesstrasse zurück

Bei den Thunern war die Ernüchterung nach der 7:3 Niederlage vom letzten Montag in Sarnen gross. Die Berner Oberländer agierten unpräzise und das Thuner-Spiel kam kaum in die Gänge. Es mussten also Anpassungen vorgenommen werden. Gestern hatte man dann die Chance dem Heimpublikum zu zeigen, dass man es um einiges besser kann. Ein sehr wegweisendes Spiel stand an. Gewinnen die Thuner, erspielen sie sich drei Matchbälle, gewinnen die Sarner, fängt die Serie nach vier Spielen wieder «von vorne» an.

Gameplan optimal umgesetzt
Die Thuner erwischten ein fast schon mustergültiges erstes Drittel. Man wirkte unglaublich entschlossen und spielte mit und ohne Ball enorm stilsicher. Dank schnellem und präzisem Passspiel, der nötigen Geduld in den Auslösungen und guter Arbeit im gegnerischen Slot erspielte man sich zahlreiche gute Torchancen. Dank dem vielen Ballbesitz gelang es auch bestens die Sarner vom eigenen Tor fernzuhalten. Auch die gefährlichen Konter der Gäste wurden von der Thuner Defensive grösstenteils eliminiert. Kein Wunder also, waren es nur die Berner Oberländer, welche etwas Zählbares auf die Anzeigetafel brachten. Dank Toren in der 10., 14. und 20. Minute erspielten sich die Thuner ein kleines Polster für die folgenden 40 Minuten. Gemessen an den Spielanteilen war der Vorsprung auch in dieser Höhe absolut verdient. 

Das Momentum scheint zu kippen
Soweit so gut. Bisher verlief die Partie ganz nach dem Gusto der Thuner. Ein 3:0 Vorsprung ist im Unihockey aber noch lange nicht spielentscheidend und deshalb musste das Heimteam sein Leistungsniveau weiterhin auf dieser Höhe halten. Doch den Thunern gelang dies alles andere als gut. Die Obwaldner fanden nun immer besser in die Partie. Plötzlich hatten sie mehr Ballbesitz und bestimmten das Spielgeschehen. Sie hatten in ihrem Auslösungsspiel einige Anpassungen vorgenommen. Dies stellte die Berner Oberländer vor Probleme und man hatte zunächst keine passende Antwort. Dies führte dazu, dass die Obwaldner in der 28. Minute auf 3:1 verkürzten. Die Thuner wirkten im Anschluss bei weitem nicht mehr so abgeklärt wie noch in den ersten 20 Minuten. Dazu kam, dass das Geschehen auf dem Spielfeld zunehmend hektischer und emotionaler wurde. Wie wir nicht erst aus Spiel 3 wissen, behagt diese Art von Spiel den Sarner um einiges besser. Doch kurz vor Drittelsende versetzten die Thuner den Gästen aber einen schmerzhaften Stich. Sie nutzten eine ihrer wenigen Torchancen und erhöhten auf 4:1. Somit konnte man auch das letzte Drittel mit einem drei Tore Vorsprung in Angriff nehmen.

Zwei Déjà-vu’s und ein positiver Ausgang
Eine 4:1 Führung und ein Gegner im Aufschwung. So etwas gab es doch vor noch nicht all zu langer Zeit schon einmal. Genau, in Playoutspiel 6 gegen Chur führten die Thuner vor dem letzten Abschnitt auch mit 4:1 und verloren am Ende die Partie doch noch. Die Fehler, welche damals begangen wurden, mussten also unbedingt vermieden werden. Déjà-vu Nummer 1. Dies deswegen, weil sich die Thuner erneut viel zu stark in die Defensive zurückzogen und nur noch nadelstichartig in der Offensive Akzente setzten. Die Sarner waren nun das bessere Team und versuchten alles um noch einmal heranzukommen. Das erneute Unheil war nicht mehr abzuwenden. In der 51. Minute erzielten die Obwaldner doch tatsächlich den Ausgleichstreffer. Bitter war für die Thuner, dass alle drei Gegentore in der Entstehung gleich waren. Pass von hinter dem Tor in den Slot und dort standen die Thuner zu wenig konsequent beim Gegenspieler und der Sarner Stürmer musste nur noch einschieben. In den Thuner Reihen machte sich nun Verunsicherung breit. Der Sieg schien den Thunern doch noch aus den Händen zu gleiten. Mit viel Moral und Kampfwille brachten es die Thuner aber fertig sich wieder zurück zu kämpfen. Akt zwei im Déjà-vu Krimi nahm seinen Lauf. Kurz vor Ende des Spiels wurde Alexander Frey lanciert. Der Weg aufs Sarner Tor war frei; doch Frey wurde vom Sarner Verteidiger gestoppt. Dies aber nur regelwidrig, was zu einem Penalty für die Thuner führte. Wir erinnern uns etwas zurück. Die praktisch genau identische Situation zur etwa gleichen Zeit hatten wir bereits in Meisterschaftsrunde 14. Auch beim Sensations-Sieg gegen Köniz war das Spiel kurz vor Schluss ausgeglichen und Thomas Kropf sorgte mit einem Penaltytreffer für die Entscheidung. Déjà-vu wäre nicht Déjà-vu, wenn der Thuner Topscorer Kropf nicht auch hier die Nerven behielt und den Sarner Torhüter Britschgi bezwang. Der Treffer in der 58. Minute sorgte für die Entscheidung. Im Anschluss stellten die Thuner ein Defensivbollwerk, welches nicht mehr zu bezwingen war. Nach dem 5:4 Sieg war bei den Thunern die Erleichterung riesig.

Eine nervenaufreibende Achterbahnfahrt geht am Ende zu Gunsten der Thuner aus. Beinahe wurde erneut ein sicher geglaubter Sieg aus den Händen gegeben. Die Thuner zeigten aber viel Moral und bäumten sich nach dem Ausgleich noch einmal auf. Am Ende konnte man sich auf Thomas Kropf verlassen und er sorgte ein weiteres Mal für die Entscheidung. Mit diesem Sieg haben sich die Thuner drei Matchbälle erspielt. Die erste Chance den Ligaerhalt sicherzustellen, haben die Berner Oberländer bereits heute in Sarnen. Spiel 5 wird um 19:30 angepfiffen.